01 Dez 2010
Vorweg: Mit dieser Unterschriftenaktion können sich engagierte Eltern gegen politische Werbung in Kindergärten wehren. Einfach ausdrucken und in Absprache mit dem Kindergarten aushängen. Die Unterschriften dann der Kindergartenleitung übergeben und am besten auch mit ihr sprechen, dass das nicht gewünscht ist.
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Heute hat meine Tochter Post bekommen. Im Kindergarten. “Vom Landeshauptmann”, sagt sie. Der Politiker hat ihr und vielen Tausend anderen Kärntner Kindergartenkindern einen Plan mit Pistenregeln geschickt. Mit seinem Konterfei drauf.
Nachdem Uwe Scheuch vor einigen Wochen Schulkinder in ihren Mitteilungsheften belästigt hat, geht nun der Landeshauptmann selbst auf die Kleinsten der Gesellschaft los. Er stellt sich penetrant in den Vordergrund und schiebt das Scheinargument der Funktion des Kindergartenreferenten vor. Rechtlich ist er abgesichert. Aber er vereinnahmt Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren (!) durch politische Werbung! Gerhard Dörfler hat die schwierige Aufgabe, Uwe Scheuch auf einer nach unten offenen Propaganda-Skala noch zu toppen, bravourös gemeistert. Kindergartenkinder als Polit-Freiwild.
Manipulation von Kindern.
Moralisch reist der Landeshauptmann bekanntlich mit leichtem Gepäck. Es wird keine Rücksicht mehr darauf genommen, dass Kinder ganz leicht zu beeinflussen sind. Den Rüden der FPK ist das egal. Sie sehen in unseren Kindern die Wahlknechte der Zukunft, die die Herrenbauern gefälligst zu wählen haben. Je früher man sie manipuliert, desto besser ist der Nährboden für Menschenverachtung, Lügen, Anstandslosigkeit, Moral- und bewußt-industriell betriebenen Werteverlust aufbereitet. Anders kann ich mir diese Grenzüberschreitung nicht mehr erklären. Dörfler schafft mit dieser Aktion nicht nur ein Tabu ab, er gibt Kinder, Dreijährige, zum Abschuss frei.
Wer meine Tochter will, muss zuerst über meine Leiche. Das klingt pathetisch, ich muss aber ganz ehrlich sagen: Wenn es um die Vereinnahmung meiner Tochter geht, ist mir nur wichtig, zu gewinnen. Ob das schmalzig klingt, ist mir einerlei.
Intelligenz ist nicht mehrheitsfähig.
Man verfolgt den Weg des großen Steuermanns, der aus Rauschgründen nicht mehr steuern konnte. Das gilt auch für sein Auto… Jörg Haider füllte Jugendliche ab, um sie sich mit Steuergeld gefügig zu machen und sich ihre Stimmen zu kaufen. Dörfler, ohne eigene Ideen und in Ermangelung einer politischen Vision für sein Bundesland, geht diesen billigen Weg weiter und schlägt nun dem Fass den Boden aus. Er rechnet damit, dass sich ohnehin niemand aufregt, denn Intelligenz ist nicht mehrheitsfähig.
Eltern hintergangen.
Dem kann man entgegnen, dass Kinder ja noch gar nicht wissen, was Politiker sind und wollen. “Is´s eh nur so klan obgebüldat da Dörfla. Wos regst di denn so auf, ha?” Entgegnung der Entgegnung: Wehret den Anfängen. Dörfler hat sich mit dieser Aktion ganz klar deklariert. Das ist bitte keine Polizist-Herbert-Aktion in einer Tageszeitung. Die Dörfler-Werbung wurde den Kindern direkt in den Kindergarten zugestellt. Hinter dem Rücken der Eltern! Der Kindergarten ist das zweite Zuhause der Kinder. Dörfler spekulierte mit der Abwesenheit der Eltern, die den Filter hätten geben können. Damit hat Dörfler in unnachahmlicher Weise bewusst die Eltern hintergangen. Wieso lassen wir uns von unserem Angestellten hintergehen?
Ihm geht es darum, sich bei wehr- und hilflosen Wesen penetrant in den Vordergrund zu stellen. Und er hat uns Eltern bewusst die Möglichkeit genommen, der Schutz-Schild für unsere Kinder zu sein. So jemanden wollen wir bezahlen?!
Wahre Größe wäre gewesen, werblich nicht in Erscheinung zu treten. Also ist eine ganz klare Absicht, Kinder zu manipulieren, zu erkennen. Denn die Kinder fragen ja, “wer ist das, Papa?”. Und eine Antwort sollte man ihnen schon geben…
Unterschriftenaktion soll Riegel vorschieben.
Man kann auch entgegnen, diesen Plan (in Form eines Posters) einfach wegzuschmeissen. Nur, das macht die Absicht nicht wett! Es passierte trotzdem, dass Kindergärtnerinnen diesen Polit-Pistenregel-Plan an die Schwächsten unserer Gesellschaft verteilten. Das bedeutet, dass die Politik bis zu Kindern durchdringen kann. Das erschaudert mich, ich sehe mein Kind in akuter Gefahr, weshalb ich mit Eltern anderer Kinder dagegen ankämpfe. Wir werden eine Unterschriftenliste auflegen, mit der die Kindergartenleitung aufgefordert wird, keine wie auch immer gearteten Materialien mit Polit(iker)-Werbung an unsere Kinder zu verteilen. Ich lade alle Eltern ein, egal welcher Kindergarten, sich diese Unterschriftenliste auszudrucken und in ihrem Kindergarten auszuhängen. Je mehr Eltern sich beteiligen und sagen, “Nicht mit meinem Kind”, desto eher werden wir erreichen, dass Politiker in Kindergärten keine Werbung mehr verteilen dürfen.
Verführung von Kindern mit unserem Steuergeld.
Und in Wahrheit muss es eine rechtliche Änderung geben, so dass unser Angestellter Gerhard Dörfler nicht mehr in der Lage ist, über unser Wertvollstes, unsere Kinder, herzufallen. Bitte lassen Sie sich das auf der Zunge zergehen: Wir zahlen Gerhard Dörfler ca. 14.000 Euro pro Monat damit er hinter unserem Rücken unsere Kinder “verführt”.
Sehen wir uns das Problem noch genauer an: Der Landeshauptmann manipuliert meine Tochter mit meinem Geld! Er hat das Plakat ja nicht selbst bezahlt. Es ist von unserem Steuergeld bezahlt worden. Wir bezahlen also dafür, dass sich der Herr Dörfler schon sehr früh die Stimmen unserer Kinder unter den Nagel reisst. Und können wir nun ganz kurz innehalten: Für wie blöd, für welche Art von billigem Stimmvieh muss uns dieser Herr halten, dass wir uns das gefallen lassen?
Ich lasse mir das nicht gefallen. Und ich hoffe, dass viele Eltern mit mir einig sind. Wir werden die Kindergartenleitung auffordern, unsere Kinder unbeschwert Kinder sein zu lassen. Beschwert werden sie ohnehin sein, wenn sie erwachsen sind und Herrn Dörflers Schulden abzahlen müssen.
Gerhard Dörfler, das war ein Schritt zu weit. Wehret den Anfängen!
Hier die Unterlagen: Mit der Unterschriftenaktion können sich engagierte Eltern gegen politische Werbung in Kindergärten wehren. Einfach ausdrucken und in Ihrem Kindergarten aushängen. Die Unterschriften dann der Kindergartenleitung übergeben und am besten auch mit ihr sprechen, dass das nicht gewünscht ist. Es soll in einer Partnerschaft zwischen Eltern und Kindergarten gegen die politische Überrumpelung unserer Kinder resultieren.
02 Okt 2010
Bitte nicht falsch verstehen. Ich will mich nicht wichtig machen. Am liebsten wäre mir, ich hätte meine Ruhe, wir wären ein geeintes Bundesland und Politiker wären tolle Vorbilder. Dann könnte ich nämlich sagen, “hey, ich weiss, wofür ich mein Geld ausgebe. Meine (und die aller anderen) Angestellten in der Landesregierung arbeiten viel und gut”. Leider geht das nicht, denn sie sind äußerst schwache Mitarbeiter, falsche Propheten, mutmaßlich korrupt und Versprechenbrecher.
Angst, Obrigkeitsdenken und Unwissen.
Seit dem Start von www.ortstafel-volksabstimmung.at wurde mir mehrmals eine Frage gestellt, über die ich reden möchte. Noch mal, nicht zur Selbstdarstellung, sondern zur Aufklärung. Die Frage lautet: “Fürchtest du Konsequenzen?” Mir läuft es kalt den Buckel runter bei dieser Frage, weil sie mir zeigt, wie tief die Kärntner Gesellschaft gesunken ist. Diese Frage ist nämlich die Umschreibung dafür,
- dass man sich beim Quatschen beim Klagenfurter Pumpe zuerst umsehen muss, ob ein FPKler in der Nähe sitzt und spioniert, bevor man den Mund aufmacht
- dass Medien, die kritisch berichten, Anzeigen gestrichen werden
- dass die regierenden Politiker nicht unsere Angestellten sind, sondern etwas Höheres, die dir auf Knopfdruck Böses tun können
- dass “die da oben” immer einen Schritt weiter sind als wir hier unten
- dass Politiker unser Schicksal in der Hand haben
- dass unser Wohlergehen von ihnen abhängig ist.
Klarstellung.
1) In einem Land, in dem man seine Meinung nicht mehr sagen kann, ohne Furcht vor Konsequenzen haben zu müssen, ist das Leben wertlos. Alleine die Vorstellung davon bringt mich in Wallung. Niemals darf man schweigen, niemals darf man Unrecht schweigend erdulden, aus Furcht vor persönlichem Schaden. Es ist unsere moralische Verpflichtung, den Mund aufzumachen und zu sagen: Bis hierhin und nicht weiter. Die Meinungsfreiheit ist unersetzlicher Teil einer Demokratie. Und jetzt kommt´s: Wer sich vor Konsequenzen fürchtet, wenn er seine Meinung sagt, der lebt nicht in einer Demokratie. Der lebt in Gefangenschaft.
2) Ein Politiker ist ein von meinem und unser aller Geld bezahlter Angestellter des Volkes. Nicht mehr, aber auch nicht weniger! In einer Kapitalgesellschaft, nehmen wir eine GmbH, gibt es Gesellschafter. Sie stellen u.a. die (Start-)Finanzierung des Unternehmens sicher. Für diese Investition erhalten sie Leistungen: Dienstleistungsaustausch, Know how, eine Rendite. In einer GmbH gibt es Angestellte, wie auch in der Kärntner Landesregierung. Wir, das Volk, sind die Gesellschafter, also die Investoren. Die Landesregierungs-Mitglieger und der Kärntner Landtag, das sind unsere Angestellten. So und jetzt verraten Sie mir bitte, warum ich als “Chef” und Geldgeber Angst davor haben soll, dass mir ein Angestellter ein Haxl stellt?! Oder, warum Sie als “Chef” und Geldgeber eben diese Furcht vor Konsequenzen haben sollten, wenn Sie Ihre Meinung laut sagen? Ich bin selbst Unternehmen und habe ein Primaverhältnis zu all meinen Kollegen. Aber, wenn mir einer Angst machen wollte, dann müsste er sich aus dem Unternehmen, in dem eben ich der Geldgeber bin, ausscheiden. So einfach ist das. Was ich damit sagen will: Die Herrschaften in der Kärntner Landesregierung sind unsere Angestellten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Nicht mehr buckeln.
3) Es gibt keinen Grund, sie als Obrigkeit anzusehen. Nein, wir können sogar sagen, arbeitet gefälligst besser, sonst kündigen wir Euch. Es muss aus sein mit buckeln, nur weil sie aus hunderten (mit meinem Geld) gekauften Inseraten lachen. Wir müssen unser Denken von Grund auf ändern: Nie mehr jemanden bewundern, der laufend von Plakaten oder aus einer Zeitung lacht. Der ist nicht berühmt, der ist noch lange nicht sexy und er ist auch kein Übermensch – und wir sind um nichts schlechter als er, denn unter der Dusche hat auch er nur ein (1) Pimperl. Bewunderung also nicht für Aus-der-Zeitung-Lächler. Das kann jeder, der mit fremdem, nämlich unserem Geld Inserate kauft. Bewunderung für moralisch integre Handlung. Das ist die Richtung für die nächsten Jahre. Eine Veranstaltung wird nicht aufgewertet, wenn ein mutmaßlich korrupter Politiker ihr beiwohnt. Sie wird abgewertet. Er ist kein Aufputz, er ist kein Schmuck. Im Gegenteil: Der Glanz der Veranstaltung ermattet durch seine Anwesenheit.
4) “Fürchtest du Konsequenzen?” Was ich wirklich fürchte, ist: Wenn ich den Mund halte, werden die Konsequenzen auf lange Sicht noch viel schlimmer sein!!!
- Vier Milliarden Euro Schulden in den nächsten Jahren (bei einem Landeshaushalt von etwa zwei Milliarden)!
- Geächtet als verfilztes Land, in dem die Bürger zu ängstlich, faul, obrigkeitserlegen (oder was auch immer) sind, ihren eigenen Angestellten das Handwerk zu legen! Und sich lieber in Geiselhaft halten lassen, “wal i allan konn jo nix mochn”.
- Abwanderung der Intelligenz nach außen und gehirnfreie Brauchtumszone Kärnten.
- Hyänenhafte Fledderung Kärntens durch Scheuch, Dörfler, Martinz und Dobernig. Siehe Birnbacher: Sechs Millionen Euro für ein paar Seiten Papier.
Das ist es, was ich fürchte. Ich fürchte mich davor, meinen Spiegel im Badezimmer abmontieren zu müssen, weil ich kotzen müsste, wenn ich mich darin sehe. Ich werde niemals den Mund halten. Und ich bitte alle anderen auch, niemals den Mund zu halten und ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung durch gezielte Maßnahmen Ausdruck zu verleihen. Wehret den Anfängen, sonst legitimieren wir deren Verhalten und es wird zu einer negativ-spiraligen Selbstdynamik, die wir nicht mehr einbremsen können. Wer auf sein Grundrecht der freien Meinungsäußerung verzichtet, der überlässt anderen seine Freiheit.
Ich schließe mit Reinhard Mey (“Sei wachsam”):
Es ist ‘ne Riesenkonjunktur für Rattenfänger,
Für Trittbrettfahrer und Schmiergeldempfänger,
‘ne Zeit für Selbstbediener und Geschäftemacher,
Scheinheiligkeit, Geheuchel und Postengeschacher.
Und die sind alle hochgeachtet und sehr anerkannt,
Und nach den schlimmsten werden Straßen und Flugplätze benannt.
Man packt den Hühnerdieb, den Waffenschieber läßt man laufen,
Kein Pfeifchen Gras, aber ‘ne ganze Giftgasfabrik kannst du kaufen.
Verseuch’ die Luft, verstrahl’ das Land, mach ungestraft den größten Schaden,
Nur laß dich nicht erwischen bei Sitzblockaden!
Man packt den Grünfried, doch das Umweltschwein genießt Vertrau’n,
Und die Polizei muß immer auf die Falschen drauf hau’n.
18 Sep 2010
Es war in den 80er Jahren. Ich 16, 17 oder 18. Ich weiss es nicht mehr genau. Es war die Disco am St. Veiter Ring – das “Luis”. Eh schon angesoffen, auf der Tanzfläche, ein bissl Mädls anbraten. Wie jeder Jugendliche halt. Auf einmal geht die Tür auf. Eine Hundertschaft kommt herein. Mittendrin – wie heute Lady Gaga – Jörg Haider. Sekt und Schampus für alle. Ich, null Schotter – wie immer. Kurzes Überlegen… Soll ich? Alle gingen sich eine (eine?) Flasche holen. Links auf meiner Schulter der Engel: “Hey, kleiner Franzi, tu das nicht.” Rechts der Teufel: “Alter, bist du uncool. Du wirst abstinken, wenn du dir keine holst. Schlag zu!”
Die Verführung gewann.
Wenn das meine Eltern gesehen hätten, ich hätte keine Watschn bekommen. Aber sie hätten mir gesagt, “Bua, denk noch einmal nach.” Nun… Ich ging mir gleich zwei Flaschen holen! Die haidersche Verführung funktionierte. Torkelte noch betrunkener nach Hause. Angesoffen auf Steuerkosten… Ein Politiker, der Jugendliche besoffen machte und abfüllte. Tolle Leistung. Dazu raffte sich mein Moralverständnis aber erst viel später auf. An diesem Abend zählte zwar nicht Jörg Haider für mich, aber eben die Sektflasche(n). Er wusste, wir haben keine Kohle. Er wusste, wir wollten besoffen sein. Er nutzte jugendliche Unreife ohne Scham aus, anstatt ein Politiker mit Vorbildwirkung zu sein. Anstatt Jugendlichen menschliche Wärme zu geben, war seine Absicht, die Jugendlichen (durch einen den Verstand vernebelnden Stoff) an sich zu knebeln. Das beschreibt für mich sein Wirken am besten. Nicht nur bei den Jugendlichen. Er betäubte Kärnten für die Dauer seiner Amtszeit und darüber hinaus. Es ist Zeit, aus dem Sektrausch aufzuwachen!
Heute macht Uwe Scheuch das gleiche. Nur viel subtiler. Er macht Sommerpartys im Klagenfurter Strandbad. Und er geht auf die Kleinsten los. Er lässt sich dort als Gönner feiern, wo die Kinder die längste Zeit am Stück verbringen: In der Schule. Sein Abbild verunziert das Mitteilungsheft von Kärntner Schülern. Und wenn die Eltern es verabsäumen, a) mit den Kindern darüber zu reden, dass ein korruptionsverdächtiger Politiker (die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Uwe Scheuch als Beschuldigtem in der Staatsbürgerschafts-Causa (“part of the game”)) das Mitteilungsheft als funktionsloser und nur werblich manipulierender Fremdkörper verschandelt oder b) das Mitteilungsheft (und den Stundenplan) auszutauschen, dann wird das auch seine Wirkung haben. Scheuch berauscht heutzutage halt durch scheinbare Gönnerschaft. Wirkliche Gönnerschaft wäre gewesen, die Mitteilungshefte zur Verfügung zu stellen und nicht aufzuscheinen. Wobei: Das wäre in Wahrheit Größe gewesen. Gönnerschaft nicht, denn das ist unser Geld, dass von einem mutmaßlich korrupten Politiker zur Eigenbefriedigung und zur Manipulation noch unreifer Menschen verprasst wird.
Herr Scheuch funktioniert so, wie ich vor mehr als 20 Jahren. Auf seiner linken Schulter flüstert das Engerl, “Uwe, wirklich Große bleiben im Hintergrund, tu was Gutes, aber rede nicht selbst davon”. Auf der rechten: “Ad majorem Uwe gloriam – zur größeren Ehre Uwe´s. Du musst abgebildet sein.” Und auch er verliert den Kampf. Mit dem Unterschied: Er ist sein eigener Verführer. Erliegt seiner eigenen scheinbaren Bedeutung und tatsächlichen Eitelkeit. Und Scheuch ist ja in einem Alter, um einen ausgereiften Menschen darzustellen. Das war ich damals noch nicht.
Scheuch bricht damit in die Privatsphäre der Familien ein. Er bricht in die Gedankenwelt von Erstklässlern ein. Ich halte Uwe Scheuch für einen instabilen Charakter, von eitler, aber zielgerichteter Rücksichtslosigkeit und Dummheit geführt. Deshalb ist es gefährlich, die Causa Mitteilungsheft als Peanuts abzutun. Es ist keine Einzelaktion. Und die Schwäche in der Beurteilung von Gefahren ist, dass wir zu oft der Meinung sind, dass es sich eben um solche Einzelaktionen handelt, die nicht zusammenhängen. Das stimmt nicht. Es handelt sich vielmehr um eine Kette von Aktionen, die man aneinanderreihen kann und die beim Zielpublikum auch immer Wirkung hinterlassen (Sommerparty; Aktion mit dem Kärntner Monat etc.) Es geht also um schon stattgefundene Aktionen und – noch gefährlicher – kommende Aktionen. Die Pflicht der Eltern sollte sein, das Mitteilungsheft zu shreddern. Und da ist es eine unglaublich gute Aktion der Allianz Kärnten, von sich aus, neue Mitteilungshefte bereitzustellen. Hut ab! Holt Euch neue Mitteilungshefte und schreibt ein Mail an:
Wer in einer Demokratie schläft, wacht in einer Diktatur auf! Wir befinden uns in einer Scheinbar-Alles-in-Ordnung-Demokratie. In Wahrheit hat sich längst ein totalitär-agierendes Regime am Arnulfplatz eingerichtet. Wehret den Anfängen!
Neuer Mut und alles wird gut!
franzmiklautz@hotmail.com
19 Aug 2010
Weitere nicht gänzlich unerwartete Meldung in Sachen Korruption und FPK-Politiker: Bei Uwe Scheuch konnte dank „News“ jeder mithören, wie korrupt er ist. Bei Gerhard Dörfler nicht. Die Einzelteile, die Jörg Haider als hilflose Nachfolger zurückließ, sind aber scheinbar nicht viel mehr als ein korruptionsverdächtiges Ganzes. Die Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt nun nämlich auch wegen offenbar fragwürdiger Vergabepraktiken von Landeshauptmann Gerhard Dörfler. Grund dafür ist eine Anzeige gegen Dörfler. Diese Anzeige hat aber nichts mit der Jubelbroschüre von Stefan Petzner zu tun, sondern mit Dörflers Auftragsvergaben im Baureferat der Kärntner Landesregierung. Eine Baufirma soll bei Aufträgen bevorzugt behandelt worden sein.
Korruptionsstaatsanwalt Friedrich König bestätigt: „Es gibt eine Anzeige gegen Landeshauptmann Dörfler. Inhalt dieser Anzeige ist die Vergabepraxis.“ Ob diese Anzeige von einem politischen Mitbewerber stammt, was vieles relativieren würde, will König nicht sagen. „Das ist für uns nicht wichtig.“ Die Staatsanwaltschaft versucht herauszufinden, ob an der Sache überhaupt etwas dran ist und prüft Anzeige. Wer die Anzeige gemacht hat, ist unerheblich. Es handelt sich also um Vorerhebungen.
In einer Borderline-Boy-Group wie sie Jörg Haider installiert hat, gilt eines für alles: Anything goes. Wo kein Widerstand, da gibt es kein Halten. Da gibt es kein Morgen. Da wird gefleddert und geprasst. Konsequenzen? Null. Und so lange Haider am Leben war, ging das ja gut. In einer Art schlanke Ausgabe von Franz-Josef Strauß hielt der unberechenbare Polterer seine Hand über sein Zwergenreich. Dass die nicht über sich hinauswachsen können, war von Anfang an klar. Aber lemminggleich sind sie ihm nicht nur nachgelaufen, weil Haider eine (bösartige) Führungsfigur war. Sondern weil sie mindestens so anstandslos waren wie er selbst. Und mit Haider wollte sich halt niemand anlegen. Vielleicht wollte man sich aber einfach die Finger nicht schmutzig machen. Denn, den Dreck am Stecken, den Haider Ariel Muzikant vorgeworfen hatte, den haben in Wahrheit die am Stecken, die schmutzige Amtsgeschäfte als Jobverständnis haben.
Ich lasse hier bewusst Fragen nach Firmen und Summen offen. Auch die Befragung der „anderen Seite“ hab ich bewusst außen vor gelassen. Das ist meine Sache nicht, da sind Tageszeitungen um Häuser besser. Außerdem ist es durchaus möglich, dass Dörfler in Sachen Vergabe eine weiße West hat. Aber auch das Gegenteil kann sein…
Was ich zusammenbringen möchte ist, dass mehr Menschen Widerstand gegen die Kärntner Landesregierung leisten. In welcher Form auch immer. Kärnten braucht dringend einen Neuanfang. Aber nicht mit den alten Leuten. Das wäre so, wie wenn man mit einem Auto gegen einen Baum knallt und unbedingt weiterfahren will. Das Auto jedoch hat Totalschaden. Wir müssen auf ein neues Auto umsteigen. Mit anderem Motor, anderem Getriebe, anderer Karosserie. Wir brauchen Offenheit in all unserem Denken. Was sie uns einzureden versuchten, fruchtet nicht mehr. Wir dürfen Sätze wie, „aber das musst für dich behalten“ nicht mehr sagen. Wir sollten uns beim Pumpe nicht umschauen müssen, wer in der Nähe sitzt, wenn wir mit unseren Freunden ratschen und Bier trinken. Aus Angst, da könnte einer mithören. Die Angstspritzen, die man uns injiziert, haben null Wirkung, wenn wir eines schaffen: Zu glauben, dass es etwas Besseres gibt.
Es muss eine Alternative zu dieser grotesk-bizarren Freak-Show am Arnulfplatz geben. Ich muss ganz ehrlich sagen, meine Psycho-Hygiene ist derart beschädigt, dass es mich schon „runterzieht“, wenn ich nur die Namen der Regierungsmitglieder höre. Wenn ich nur in der Nähe der Landesregierung am Arnulfplatz bin. Und sogar, wenn ich „Kärnten“ höre, zieht´s mir schon alles zusammen. Das ist der Schaden, den sie uns zugefügt haben. Man nennt das auch Imageschaden.
Damit ein Name einfach ein Name bleibt und man nicht zusammenzuckt, wenn man ihn hört. Damit ein wunderschönes Gebäude einfach ein wunderschönes Gebäude bleibt. Damit ein atemberaubend schönes Bundesland atemberaubend bleibt! Ich will das reparieren. Wer hilft mit?
Neuer Mut und alles wird gut.
Um mich rechtlich abzusichern: Es gilt die Unschuldsvermutung.
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