02 Nov
2010

Das “Schrott”-E-Mail von Scheuch – der ganze Schriftverkehr

Bei Gott, an den ich über alle Maßen glaube: Ich bin kein Fan von Uwe Scheuch. Der Kärntner Landeshauptmann-Stellvertreter ist für mich die menschgewordene moralische und geistige Verrottung Kärntens. Zuerst Scherge unter Jörg Haider ist er durch dessen Tod selbsternannter Polit-Pitbull Kärntens geworden. Scheuch ist für mich die gefährliche Kombination aus Unwissenheit, Präpotenz und Machtbesessenheit. Eine Macht, mit der er nicht umgehen kann und noch weniger umgehen wird können, wenn sie mehr werden wird. Und sie wird.

Lügen als Parteiprogramm.

Ich möchte kurz darüber schreiben, wie Parteizentralen funktionieren. Dort ist Lügen das Parteiprogramm. Nicht zugeben, was nicht nachgewiesen werden kann. Uminterpretieren, was fehlgeschlagen ist. Zurechtlügen, wo eine Klage drohen könnte. In einer Parteizentrale zu arbeiten ist so ziemlich das Schizophrenste, was ich mir vorstellen kann. Ohne die Bürde einer ausgewachsenen Persönlichkeitsspaltung kann das kein Mensch wirklich machen wollen. Ich müsste dem Teufel dreimal schon meine Seele verkauft haben, noch immer würde ich dort nicht arbeiten wollen. Irgendwann sickert das Lügen auf deine Seele durch und zerfurcht dich. Dein Sein wird weniger. Es ist dasselbe, was der Alkohol anrichtet: Er nimmt dir dein Ich und überlässt dein Ego deinen eigenen Zurechtbiege- und Selbstberuhigungs-Fähigkeiten. Und genau so darf es nicht sein. Die Wahrheit muss den größtmöglichen Platz einnehmen.

Auch, wenn das bedeutet, jenen Menschen, deren Leistungen man für gelinde gesagt minderer als den Gegenwert seines Steuergeldes hält, den Platz für diese Wahrheit zu geben. Man erinnert sich sicher noch an die Beschimpfung durch Uwe Scheuch, die er einem Unternehmer zukommen ließ, der bei der ORF-Streitkultur (Radio) als Anrufer nicht durchkam: Er bezeichnete das e-Mail, das der Unternehmer daraufhin an Scheuch verfasste wortwörtlich als “Schrott”. Nun, hier der ganze Schriftverkehr:

>> Anfrage von XXX an Scheuch

Von: XXX [XXX.XXX@chello.at]
Gesendet: Montag, 04. Oktober 2010 23:48
An: SCHEUCH Uwe
Betreff: Streitkultur in Radio Kärnten

Herr DI Uwe Scheuch!

Ich habe die Streitkultur im Radio vor kurzem mitverfolgt, versuchte
erfolglos  zu telefonieren, ging nicht, also bitte direkt  eine Frage und
eine Feststellung:

* Was spricht, rechtlich oder ähnlich, gegen Aufstellen von 200 bis 300
Ortstafeln? Dabei hätte zum ersten keiner so recht Recht, und man könnte
sich zum zweiten aus der verstaubten bis moralisch verdreckten
Provinzialität etwas herausrappeln.
* Lesen Sie einfach mehr, nehmen Sie sich kein Beispiel an Ihrem Kollegen
Dobernig, der ja ausser peinlich nichts mehr ist, und entnehmen Sie dann
viele Beispiele wie furchtbar es ist, wenn Mehrheiten über Minderheiten
abstimmen. Wenn Sie schon nicht das nötige Literarische bei der Hand haben,
könnten Sie immerhin KBSteiner in der KTZ vom 5. Oktober lesen.

Jedenfalls impliziert dieses Mail sehr wohl den Wunsch einer Antwort, da ja
auch eine Frage gestellt wurde.

In diesem Sinne

XXX

>> Antwort von Scheuch an Unternehmer XXX

Sehr geehrter Herr XXX!

1. Theoretisch spricht rein gar nichts gegen 200-300 Ortstafeln. In der
Realität braucht es aber für die Umsetzung aller Varianten ein Gesetz – und
dafür sind Bundesregierung und Parlament zuständig.
2. Machen Sie sich keine Sorgen darüber, was mein Kollege Dobernig und ich
lesen oder nicht.

Alles gute,

Uwe Scheuch

PS: Ach ja, und müssten wir nicht hin und wieder derartigen Schrott lesen
und beantworten wie Ihre Mail, bliebe sicherlich mehr Zeit für eine
qualitativ hochwertige Lektüre…

Ich muss gestehen, ich habe volles Verständnis dafür, dass der Unternehmer sich hier im Ton vergriff und Scheuch beleidigte. Denn auch ich bin schon so zornig, dass es dampft in mir. Oft genug werde ich von Lesern darauf hingewiesen, meinen Ton zu mäßigen, da man mir sonst die Themen, die ich bringe, nicht mehr abkauft. Scheuch´s Reaktion ist menschlich. Er reagierte mit Aug´um Aug´, Zahn um Zahn. Und genau das ist der Grund, warum letztlich Scheuch fallen wird.
02 Okt
2010

www.ortstafel-volksabstimmung.at – Kommentare Ende Tag 1

Eine Antwort

Tag 1 der Kärntner Ortstafel-Volksabstimmung ist vorbei. Und ich bin überwältigt. Es ist jetzt 23 Uhr und wir haben über 2.300 abgegebene Stimmen. Dafür will ich mich bedanken! Es gibt eine Vielzahl an Kommentaren, das Thema lässt nur wenige kalt. Zu einigen wenigen abgegebenen Kommentaren möchte ich gleich Stellung nehmen. Die Autorenzeile hab ich bewusst weggelassen, weil ich nicht annehmen kann, dass alle wollen, dass man weiss, vom wem der Kommentar geschrieben wurde.

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„wie kann es sein das ganz oesterreich und das ausland bei dieser abstimmung teilnehmen kann?das ist eine meinungsverfaelschung die es vorher nie gab !meine 10 nein stimmen kommen aus thailand !mit freundlichen gruessen nach kaernten ! warum kann man überhaupt 10 mal abstimmen?“

Antwort: Pro IP-Adresse können 10 Stimmen abgegeben werden. Das ist leider notwendig, sonst könnte in größeren Firmen/Familien nur 1 Person abstimmen. Leider. Diesen Kompromiss musste ich hinnehmen. Im Punkt FAQ schreibe ich ganz deutlich, dass ich nicht den Anspruch erhebe, dass diese Abstimmung repräsentativ ist, sondern, dass es mir um ein Zeichen, ein Signal der Öffnung geht. By the way: Es stimmen fast nur die Nein-Voter bis zu 10 Mal ab…. Und ja, es kann von überall auf der Welt mitgemacht werden. Ich sag es noch mal: Das Ergebnis ist nicht repräsentativ, ungenau aber mindestens so gut, um als Stimmungsbarometer zu gelten. Und: Anscheinend sind Sie ja Kärntner, halt derzeit in Thailand. Wie viel Grad hat´s da derzeit? Würd ich auch gern mal hinfahren. Viel Spass noch!

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„ich bin Wiener aus dem 16 Bezirk und kenne die gescheiterte Integration in Wien. Der Brunnenmarkt gehört UNS TÜRKEN höre ich dort immer wieder. Wir leben in Österreich, Kärnten und zuerst kommt Österreich, kärnten und dann alle Minderheitenrechte.“

Antwort: Ich glaube, Wien hat tatsächlich ein Integrationsproblem. Kärnten hingegen hat ein Ausgrenzungsproblem. Die Kärntner Slowenen tun in Kärnten niemandem weh. Es gibt in Wahrheit überhaupt kein Problem. Nur die Kärntner Landesregierung spielt Gott. Denn nur der steht über dem VfGH. Und letzterer hat angewiesen, fehlende zweisprachige Ortstafeln aufzustellen.

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„Warum wird jede Aktion für ein gemeinsames Miteinander sofort als Provokation abgestempelt? Habt ihr denn immer noch so viel Angst vor uns? Wir sind nicht stärker, nicht schlauer, nicht anders. Wir sind wie ihr. Menschen, die hier leben. Habt ihr so viel Angst davor dass wir eine zweite Sprache als Muttersprache haben? Ist das eine Waffe? Mein Gott, ist das denn so schwer zu verstehen?“

Antwort: Ich bin jeden Tag mit einem zusammen und ich finde ihn großartig ;-)

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„auch ich denke so und finde es einfach lächerlich das daraus so ein Trara gemacht wird. zudem ist es erschreckend wenn man gleichaltrigen jugendlichen sagt das man Kärntner Slowene ist und sie daruf verdutzt schauen und fragen “was ist das” bzw. “dh. du bist Ausländer?”. Dabei ist niemand ein Ausländer, wir ALLE waren schon da und einige haben eben das glück eine weitere wunderschöne Sprache sprechen zu können. ich genieße es sie Sprechen zu können >u?ivam< und bin froh dass sie mir meine Mutter weiter gab. bin/sem 15 Jahre/let mfg“

Antwort: Hätte bloß ich diese tollen Worte gefunden!

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„Wieso jetzt? Diese Umfrage kommt wirlich zu einer sehr unpassenden Zeit. Jetzt wo gerade durch LH Dörfler wieder Bewegung in die Sache kommt ist solch eine Abstimmung zeitlich falsch patziert. Ich denke solch eine Umfrage kann aktuell mehr zerstören als den Durchbruch bringen Besser wäre es gewesen zuzuwarten wie sich die Sache mit LH Dörfler entwickelt.“

Antwort: Das ist genau das Obrigkeitsdenken, das mir fremd ist. Kärnten laboriert seit 40 Jahren an dieser ungelösten Frage. Dörfler ist seit zwei Jahren Landeshauptmann und stellt sich gegen das VfGH-Urteil. Jetzt gnädigerweise 8 Tafeln aufzustellen ist eine Verhöhnung von Menschen, die des Denkens mächtig sind. Die Muttersprache ist die größte kulturelle Identifikation eines Menschen. Eine Gesellschaft von Größe würde – auch nur aufgrund des Wunsches eines Einzelnen !!! – anderssprachige Ortstafeln aufstellen. Dörfler will Prozentgrenzen auf Gemeindeebene. Wissen Sie, wie viele Ortschaften Kärnten hat??? Der Arnulfplatz kann nur mit seiner größten Schwäche geschlagen werden: Er versteht nur die Sprache des Stärkeren. Sonst hätte er längst die Ortstafeln aufgestellt. Und der Stärker ist immer das Volk. Wenn ich diese Aktion mit Dörfler gemacht hätte, wie Sie es fordern, sie wäre niemals Realität geworden. Kärntens Politiker sind kleingeistig, volksverhetzerisch und eine gefährliche Paarung aus Dummheit und Präpotenz.

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„also ganz ehrlich find ich diese seite incl. der ideen von ihnen nicht sehr hilfreich in der ganzen sache… und das ergebnis ihrer abstimmung wird sicherlich auch getürkt sein…“

Antwort: Wie der Schelm denkt, so ist er. Darf ich mir einen Vorstoß erlauben: In Ihnen wohnt das ungelöste Problem Kärntens, dessen Samenkorn Politiker erfolgreich ausgestreut haben: Misstrauen. Darf ich mir einen Tipp erlauben: Seien Sie ganz relaxt. Sie werden nie erfahren, ob ich das Ergebnis türke oder nicht. Also, wieso Zeit damit verschwenden? Und jetzt noch die Wahrheit: Ich würde das Ergebnis niemals türken. Weil ich morgens in den Spiegel schauen will. Zudem hat eine weitere Person Zugang zu den Ergebnissen, die würde merken, wenn ich Falsch-Infos rausgebe. Ich stehe zum Ergebnis, egal, wie es ausgeht.

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„Aufstehen und reagieren Endlich – jetzt wird aufgestanden – so geht es nicht mehr weiter – ich bin selbst Kind eines Vaters aus Wien und einer Mutter aus Deutschland und fühle mich eigentlich noch wohl in Kärnten – aber zuschauen will ich jetzt auch nicht mehr was nun passiert. Gratuliere zu dieser Aktion“

Antwort: Mein lieber Mann, meine liebe Frau. Ich danke Ihnen. Das sind genau die Zeilen, die ich zum Weitermachen brauche. So gesehen, sind genau Sie (und Hunderte andere, die es gut meinen) mein Held. Ohne diese Menschen würde ich niemals die Energie für eine solche Aktion aufbringen.

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„Lieber Gott! Ich habe gesündigt – ich bin ein Nestbeschmutzer. Seitdem ich denken kann wünsche ich mir ein offenes und herzliches Kärnten, das nicht nur seine Gäste, sondern auch die Nachbarn als Freunde begrüßen will. Ich weiß, dass Du auch Slowenisch kannst und ein herzliches \”Grüß Gott\” in allen Sprachen dieser Welt Deine Ohren erreicht. Vielleicht kannst Du den Wenigen, die sich noch nicht trauen dieses Land für die Welt zu öffnen einen kleinen Schups geben. Vergib mir, dass ich mir manchmal zu viel wünsche. PS: Das mit dem Nestbeschmutzer halte ich schon aus.“

Antwort: Mein absoluter Favorit. Wortklug, feine Klinge, subtil. Jemand, der mit Buchstaben zaubern kann. Danke!

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„Seveda! Seveda sem za dvojezicne table! Uwe in Dörfler, pojta se solit!“

Antwort: Ich finde auch, dass die dorthin gehen sollen, wo der Pfeffer wächst

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„ich bin auch ein misch-masch mit wurzeln in tschechien, italien, polen… trozdem ein klares NEIN zu den ortstafeln!!! nach knapp 100 jahren sollte man doch meinen, dass in der 3ten generation die leute so viel deutsch verstehen können um zu wissen wo sie sich aufhalten auch wenn der ortsname nicht mehrsprachig angegeben ist. das geld was für so eine große umbauaktion benötigt würde, wäre in vielen anderen dingen sinnvoller angebracht!“

Antwort: Es sind nur Buchstaben, nur harmlose Buchstaben. Es ist scheißegal, was auf einer Ortstafel drauf steht. Eine Sprache ist das höchste Identifikationsmerkmal von Menschen. Und wenn nur der Geringste es wünscht, dass seine Sprache für seinen Ort drauf steht, dann sollte das eine Gesellschaft auch erfüllen. Wenn sie die Größe dazu hat…

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„Ich bin eine KuK Mischung: Vater Slowene in der Nähe von Görz geboren, noch in der Monarchie, Mutter Wienerin und ich zweisprachig aufgewachsen. Da meine Großmutter Triestinerin waqr, habe ich auch das Italienische im Ohr. Was bin ich?“

Antwort: Sie sind eine wunderbare Melange mit besonders guten Zutaten.

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„Guten Tag! was ich meine ist, dass das Ganze schon im Jahre 1920 deutlich gesagt wurde – wir wollen kein Slowenen Land sein sondern Käntner das müsste für die wohl genügen ODER????“

Antwort: Diesem Kommentator ist Respekt zu zollen. Er hat als Einziger, der dagegen ist, mit seinem Namen „unterschrieben“ und ist aus der Deckung gekommen. Hut ab! Aber, ich muss das korrigieren: Wir alle sind Kärnten, auch die Kärntner Slowenen. Sonst würden sie ja slowenische Slowenen heißen…

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„Eine wunderbare Idee die schweigende Mehrheit der aufgeklärten, fort- schrittlichen Kärntner und Kärntnerinnen aufzurütteln – sich zu bekennen zu einer gemeinsamen respektvollen Zukunft. Zivilcourage der Bevölkerung ist eine wichtige Tugend – hoffentlich zeigen immer mehr Menschen diesen Charakterzug! Ich vertraue auf das Gute im Menschen, daher auch auf ein Gelingen dieser einmaligen Aktion! Danke/hvala Herr Miklautz“

Antwort: Hvala für den Balsam für meine Seele!

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„Als einem “Zuagrasten” hat sich mir die Kärntner Kluft, entstanden aus einem Akt der Gemeinsamkeit, nie wirklich erschlossen. Bei genauerem Hinsehen wünsche ich mir, Kärnten und vor allem seine Politiker würden die Vergangenheitsbewältigung abschließen und sich der Bewältigung der Gegenwart (Hypo-Skandal, Landesschulden, Kurruptionsverdacht etc.) und der Zukunft (welche Position nimmt Kärnten im Alpen-Adria-Raum in 20 Jahren ein?) zuwenden – ohnehin ein anspruchsvolles Vorhaben. Überwältigt bin ich hingegen von Deiner Initiative, lieber Franz, die in Inhalt, Form und Technik genau so ist, wie ich mir dieses gefährlich schöne Land (© Bischof Kapellari) wünsche: stolz auf seine verzweigten Wurzeln, stark im Vertrauen auf seine vielfältigen Begabungen und Talente, stetig bemüht um gesellschaftlichen Fortschritt und persönliche Weiterentwicklung. Viel Erfolg!“

Antwort: Danke, du bist ein echter Motivator. Jedes Mal!

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„A view from a newcomer As a British woman now living in Carinthia, I must vote \’Yes\’. My experience of multi culturalism is that it enhances and develops a country and brings new opportunities for all. Of course there are challenges as well, but these can be worked out. Wales has had signs in 2 languages for a long time now, and its part of what makes it attractive!Good luck!“

Antwort: Hvala. Thank you. Danke!

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„Von außen Es reicht – wie oft habe ich aus Ausland schmerzvoll auf dieses wunderschöne Land geblickt, über das sich wie eine zähe Masse die Haiders und Scheuchs gelegt haben. Was uns als Liebe zum Land verkauft wird, ist primär eine Ansprache an die niedrigsten Instinkte des Menschen: Neid, Missgunst, Xenophobie. Liebe zum Land bedeutet Öffnung, bedeutet das Land Luft holen zu lassen, bedeutet den Blick über die Grenzen. Liebe bedeutet Freiheit. Hier zu unterschreiben, seine Stimme zu erheben ist nichts anderes, als ein Stück dieser Freiheit für Kärnten zurückzugewinnen. Freiheit, das ist Liebe zur Heimat.“

Antwort: Spricht mir aus der Seele. Danke!

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„Bin für 3 sprachige Tafeln… Warum nicht Ortstafeln auf Deutsch, Slowenisch und Italienisch. Wir rühmen uns doch immer als Tourismusland. So könnten einerseits die “Kärntner Slowenen” wieder erkennen in welcher Ortschaft sie sich befinden und gleichzeitig würden wir grenzüberschreitend ein Zeichen setzen. 90 Jahre lang über etwas zu streiten, was damals so bestimmt worden ist ist einfach zu lange…“

Antwort: Bin ich auch. Und: Wer Zeit hat, 90 Jahre über etwas zu streiten, muss auch die Kraft haben, sich endlich zu versöhnen. Sonst stirbt er mit einer offenen Rechnung…

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„Ist es nicht bald genug ? Wieder ein selbsternannter edler Ritter mit der Weiss-Blau-Roten Flagge auf der Brust. Ist`s nicht bald genug?Wie viel muss sich die Mehrheit von der Minderheit noch vorschreiben lassen? Der Hals müsste eigentlich schon voll genug sein !!! Grüße von einem der einen Österreichischen Führerschein besitzt und eine Ortstafel anhand der blauen Umrandung erkennen kann…“

Antwort: Ritter wär ich gerne einer. Aber Sie wissen, die ernennen sich nicht selbst. Zum Ritter wird man (von anderen) geschlagen… Ich finde, es ist dann genug, wenn a) höchstgerichtliche Anordnungen befolgt werden und b) die Rowdys in der Kärntner Landesregierung Platz machen für Neue. Dann ist es genug und dann höre ich auf. Vorher nicht.

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„Hörts endlich auf mit de tepperten Ortstafeln. Kärnten gehört zu Österreich, und hier sprech ma deutsch!!!!! Wer das nicht will, soll verschwinden hinter die Grenz“

Antwort: Slowenien wird 2011 ein Wirtschaftswachstum von 2,0 % haben, Österreich 1,5 %. Vielleicht nehm ich Ihren Rat an.

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Das war ein langer Tag. Aber ich liebe ihn. Er war wundervoll. Er hat mir gezeigt, dass sehr viele Menschen dieses elende Thema der Ortstafeln einfach satt haben. Sie wollen ihre Ruhe haben. Also stellt die Dinger endlich auf. Einige sind dagegen. Mit denen muss man reden. Und einem Credo folgen: Unterschätze nie die Veränderungsfähigkeit von Menschen. Und wenn sie sich nicht verändern wollen, dann können wir nur eines hoffen: Dass ihre Angst ausstirbt. Mit ihnen.

01 Okt
2010

www.ortstafel-volksabstimmung.at – oder: Ich bin ein Kärntner Mischling

9 Antworten

Mein Urgroßvater war Tscheche, mein Großvater mütterlicherseits Kroate, meine Urgroßmutter Slowenin. Ich bin ein Kärntner Mischling. Ich bin genau das Misch-Masch, das unser wundervolles Bundesland ausmacht. Ich bin der Marmorkuchen mit Schoko und Vanille. Ich bin die magischen Augenblicke in der unbeschreiblich schönen Kärntner Landschaft. Ich bin das Kärntnerische, das Slowenische, das Italienische. Ich bin der Wörthersee, die Adria und der Hafen von Piran. Ich bin Klagenfurt, Laibach und Udine. Ich bin der Ankele vom Loibl, der Pumpe in Klagenfurt und das Ristorante in Cormons. Ich bin die Gerlitzen, der Monte Lussari und der Triglav. Ich bin alles drei! Und darauf bin ich stolz.

Das Einzige, was mich von einem Kärntner Slowenen unterscheidet, ist, dass ich kein Wort Slowenisch kann. Traurige Nummer, hm? Mein Vater hat´s mir nicht beigebracht, spricht aber selbst sehr gut slowenisch. In den 70er Jahren geboren, war es nicht sehr opportun, seinen Kindern diese Sprache beizubringen. Was für ein Fehler!

Angstproduzenten.

Kärntner Politiker können eigentlich nur einen Job gut erledigen: Die Ewiggestrigen mit schon ewig falschen Feinbildern und Angst zu versorgen. Am Tag der Kärntner Volksabstimmung zelebrieren Landeshauptmann Dörfler und Co. den Tag der Kärntner Einheit. Einheit? Man tut so, als ob die Kärntner Slowenen nicht da wären. Nicht Teil wären. Nicht Teil dieser Einheit. Man gibt ihnen keine Chance, an sich und eigentlich neutrale, um nicht zu sagen depperte Buchstaben auf der Tafel bei ihrer Ortseinfahrt zu lesen und sich in ihrer Heimat “daham” zu fühlen. Nur weil die Buchstaben womöglich Haceks haben. Wobei ich mir nicht sicher bin, wer dämlicher ist: Die Buchstaben oder die Kärntner Politiker…

www.ortstafel-volksabstimmung.at

Ich will mit einer neuen Aktion einen Puzzleteil eines Befreiungsschlages gegen diese Kärntner Politiker leisten und rufe zu einer “zweiten Volksabstimmung” auf. Einer Abstimmung für das Aufstellen der fehlenden Ortstafeln. Landeshauptmann Dörfler stellte in den vergangenen Tagen ganze acht Stück auf – wie gnädig. Von über 150 fehlenden. Es kann aber auch ein positives Zeichen von ihm sein, dann setzt er sich aber gegen seine Parteikollegen (Stichwort Ewiggestrige) nicht durch. Das Ergebnis dieser “Volksabstimmung” – mit all seiner Ungenauigkeit, mit all seiner Unrepräsentativität, mit all seiner Manipulationsmöglichkeit – wird auf der Website nicht zwischenveröffentlicht, sondern erst am 10. Oktober – dem Tag der Kärntner Volksabstimmung. Man kann bis zum 9.10. um 16 Uhr abstimmen.

Stimmt mit mir für ein neues Kärnten. Wählen wir das alte Kärnten ab. Setzen wir ein Zeichen. Nach außen. Aber viel wichtiger: Nach Innen. Zeigen wir den Politikern, dass wir viel weiter sind als sie selbst.

Wir sind bunt, wir sind nicht einsprachig. Ein Land ist die Summe seiner Gefühle. Und die Gefühle Kärntens sind am Boden. Unsere Psychohygiene ist stark beschädigt. Reparieren wir uns selbst. Machen wir uns nichts mehr aus den erfundenen Feinbildern. Lassen wir die Angestprodukte nicht mehr an uns heran. Wir sind, was unser Herz sagt. Und die Sprache der Herzen ist bunt und multikulturell. Und multikulturell sind wir. Wir Kärntner. Alle Kärntner. Ein Kärnten.

Ich liebe dieses Land!